Leistungen Urologie

Die Ärzte in unserer Praxis sind auf folgende Anwendungsgebiete spezialisiert:

  • Ganzheitliche Diagnose und Therapie in den Bereichen Urologie und Andrologie
  • Prostataerkrankungen (gutartig und bösartig)
  • Onkologie
  • Urologische Operationen und transurethrale Eingriffe
  • Kinderurologie
  • Kinderwunschbehandlung und Familienplanung
  • Steinleiden und Steinzertrümmerung
  • Inkontinenz
  • Impotenz
  • Männliche Hormonstörungen, Aging Male
  • Testosteron-Check
  • Pubertätsprobleme
  • ambulante urologische Operationen (one day surgery)

Krebsvorsorge

Die Prostatakrebsvorsorgeuntersuchung und hier insbesondere die Bestimmung des PSA im Rahmen der Vorsorge ist in den letzten Jahren Gegenstand vieler kontroverser Diskussionen.

In der folgenden Übersicht möchten wir Ihnen, den derzeit aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Thema der Früherkennung des Prostatakrebs (synonym Prostatakarzinom) insbesondere auch unter Bezug der 2013 überarbeiteten im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Urologie unter Mitarbeit der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. erarbeiteten Leitlinie zu diesem Thema darstellen (Patientenleitlinien). Ferner sollen auch hierbei die Vor- und Nachteile einer Früherkennung wie sie beim Prostatakarzinom vorliegen erläutert werden.

Einleitung

Mit der Krebsvorsorge ist die Früherkennung von Krebserkrankungen oder deren Vorstufen gemeint. Zum gesetzlichen Früherkennungsprogramm zählen in Deutschland Tests auf Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs, Hautkrebs sowie Dickdarmkrebs. Ziel der Früherkennung ist es eine mögliche Tumorerkrankung zu einem frühen Zeitpunkt, wo der Tumor noch klein und auf das jeweilige Organ begrenzt ist , also noch keine Streuung stattgefunden hat, zu entdecken. Hierdurch könnte dann durch eine Therapie eine bessere Heilungsrate erzielt werden.

Entsprechend der deutschen Krebsgesellschaft (www.krebsinformationsdienst.de) sind die folgenden Qualitätsanforderungen an einer Früherkennungsuntersuchung zu stellen:

  • Zunächst muss eine Untersuchung wenig oder gar nicht belasten, mögliche Risiken müssen durch den Nutzen aufgewogen werden.
  • Die Untersuchung muss zuverlässig sein, man muss also genau wissen, bei wie vielen Menschen sie sicher ist und wie häufig sie durchschnittlich „versagt“. Alles andere würde entweder zu falscher Beunruhigung führen, wenn fälschlich „Krebs“ angezeigt wird, aber die Erkrankung gar nicht vorliegt oder Betroffenen falsche Sicherheit suggeriert wird, aber Tumoren übersehen werden.
  • Und sie muss mit vertretbarem Aufwand für ein nationales Gesundheitswesen finanzierbar sein.
  • Wesentlich für den Nutzen ist aber: Die Qualität einer Früherkennungsuntersuchung hängt nicht nur davon ab, dass sie eine bestimmte Krebsart im frühen Stadium nachweist. Diese frühe Diagnose muss Betroffenen auch eine messbaren Vorteil bringen: Sie müssen Dank früher Behandlung länger und besser leben, als bei einer Diagnose in einem späteren Krankheitsstadium.

PSA-Screening

Prostatakrebs ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters und tritt selten vor dem 50. Lebensjahr auf. Es stellt mit ca. jährlich 60000 Neuerkrankungen die häufigste bösartige Tumorerkrankung beim Mann dar und es sterben ca. 12.000 Patienten an den Folgen der Erkrankung (Statistisches Bundesamt 2009).

Entsprechend dem gesetzlichen Früherkennungsprogramm haben Männer ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich die Möglichkeit einer Untersuchung auf Prostatakrebs. Hierzu ist die Abtastung der Genitalien sowie das Tasten der Prostata vom Enddarm aus vorgesehen. Die Bestimmung des prostataspezifischen Antigen (PSA) mittels Blutentnahme ist hingegen nicht vorgesehen und muss von gesetzlich versicherten Männern selbst bezahlt werden (sog. individuelle Gesundheitsleistung kurz IGeL). Entsprechend der ärztlichen Leitlinie zum Thema Prostatakrebs sollte der PSA-Test Männern, die eine Früherkennungsuntersuchung wünschen und eine Lebenserwartung von mindestens 10 Jahren haben, als Untersuchungsmethode angeboten werden. Bei Männern, in deren Familie (Großväter, Vater, Brüder) ein Prostatakrebsfestgestellt worden ist, wird die Krebsvorsorge ab dem 40. Lebensjahr empfohlen.

PSA ist ein Eiweiß, welches von den Prostatazellen produziert wird und in geringen Mengen auch im Blut nachweisbar ist. Bei Männern mit Prostatakrebs findet sich bis auf wenige Ausnahmen ein erhöhter PSA-Wert, da der Tumor in erhöhtem Maß dieses Eiweiß zu produzieren vermag. Vor der Einführung der PSA-Untersuchung für die Früherkennung waren ca. 2/3 der Prostatakrebserkrankungen in einem fortgeschrittenem Tumorstadium entdeckt worden. Mit der Tastuntersuchung können allenfalls oberflächlich gelegene Tumoren erkannt werden, die schon eine gewisse Größe erreicht haben. Dies spiegelt die Tatsache wider, dass bei auffälligem Tastbefund der Prostata, die meisten Tumoren bereits über das Organ hinausgewachsen sind. In der Ära der PSA-Bestimmung sind 2/3 der Tumoren zum Zeitpunkt der Diagnosestellung auf die Prostata begrenzt und weisen somit gute Heilungsmöglichkeiten auf. Die Tastuntersuchung allein ist entsprechend der Studienlage zur Früherkennung einer Prostatakrebserkrankung nicht ausreichend.

Die Höhe des PSA-Wertes ist altersabhängig (siehe Tabelle) und liegt bei gesunden Männern meist unter 4 ng/ml.

Altersgrenzen des PSA-Spiegel (nach Oesterling 1995):

Alter (Jahre) PSA-Obergrenze (ng/ml)
40 – 49 2,5
50 – 59 3,5
60 – 69 4,5
70 – 79 6,5

Neben dem Alter spielt für die Höhe des PSA auch die Größe der Vorsteherdrüse eine Rolle. Ferner kann der PSA durch Geschlechtsverkehr oder durch eine längere Fahrradtour am Tag vor der Blutentnahme sowie durch Entzündungen der Harnblase oder der Prostata fälschlicherweise vorübergehend erhöht sein. Aus einem erhöhten Wert sollten nicht automatisch Konsequenzen wie die Durchführung einer Prostatabiopsie (Gewebeentnahme aus der Prostata) erfolgen. Vielmehr sollte ein erhöhter Wert immer einige Wochen später nochmalig kontrolliert werden, sofern die Tastuntersuchung oder die Ultraschalluntersuchung der Prostata unauffällig gewesen sind. Bei vielen Männern besteht eine chronische Erhöhung des PSA beispielsweise durch eine gutartige deutliche Vergrößerung der Prostata. Wichtig für die Beurteilung des PSA ist auch wie der PSA-Wert sich im Laufe der Zeit entwickelt. (die sog. PSA-Dynamik). Steigt der PSA im Rahmen weiterer Messungen weiter an liegt ein höheres Risiko für das Vorliegen einer Prostatakrebserkrankung vor. Insbesondere ein Anstieg des PSA von über 0,75 ng/ml innerhalb von zwölf Monaten gilt als verdächtig.

Durch die Messung des PSA allein kann die Diagnose eines Prostatakrebs nicht gestellt werden. Es zeigt lediglich , dass eine mögliche bösartige Tumorerkrankung der Prostata vorliegen kann. In der Regel steigt die Wahrscheinlichkeit des Vorliegen eines Prostatakarzinom mit der Höhe des PSA. Auch bei sehr niedrigem PSA kann in selten Fällen ein Prostatakrebs bestehen.

Ob ein Prostatakrebs vorliegt muss mittels einer Prostatabiopsie festgestellt werden. Mit Hilfe des PSA, des Tastbefundes der Vorsteherdrüse oder durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT alleine kann nicht die Diagnose eines Prostatakrebs gestellt werden. Mittels der Prostatabiopsie kann bei Vorliegen einer Tumorerkrankung auch eine Einschätzung des Aggressivitätsgrades durch den Pathologen erfolgen. Diese ist entscheidend für die evtl. erforderliche weitere Diagnostik sowie für die möglichen Therapieoptionen.

Entsprechen den Leitlinien soll eine Prostatabiopsie bei Vorliegen von mindestens einem der folgenden Kriterien empfohlen werden:

  • Kontrollierter PSA-Wert von größer 4 ng/ml bei der erstmaligen Früherkennungskonsultation unter Berücksichtigung von Einflussfaktoren;
  • tumorverdächtiges Ergebnis bei der Tastuntersuchung der Prostata;
  • Auffälliger PSA-Anstieg (ohne Wechsel des Bestimmungsverfahren)

Bei jüngeren Patienten kann individuell auch bei niedrigeren PSA-Werten eine Biopsie-Indikation gestellt werden.

Ebenfalls nach der aktuellen Leitlinie sind die folgenden Untersuchungsintervalle für die PSA-Bestimmung, sofern man diese als Patient wünscht, empfohlen:

Für Männer, die weiterhin eine PSA-Früherkennungsintersuchung wünschen, sollte sich das Intervall der Nachfolgeuntersuchung am aktuellen PSA-Wert und am Alter der Patienten orientieren, sofern keine Indikation zur Biopsie gegeben ist.

  • Altersgruppe ab 45 Jahren und einer Lebenserwartung > 10 Jahre
  • PSA <1 ng/ml: Intervall alle 4 Jahre
  • PSA 1-2 ng/ml: Intervall alle 2 Jahre
  • PSA > 2 ng/ml: Intervall jedes Jahr
  • Für Männer über 70 Jahre und einem PSA-Wert < 1 ng/ml wird eine weitere PSA-gestützte Früherkennung nicht empfohlen.

Vor- und Nachteile der gestützten PSA-Früherkennung

Trotz der Möglichkeit einer frühzeitigeren Entdeckung eines Prostatakrebs mit Hilfe des PSA-Tests sind auch gewisse Risiken durch diese Blutuntersuchung vorhanden. Dies hat damit zu tun, daß dieser Tumor oftmals sich wenig aggressiv verhält (sog. latenter oder insignifikanter Tumor) und zu Lebzeiten keine Beeinträchtigung hervorrufen würde. Eine Behandlung des Tumors, die auch immer mit Risiken bzw. Nebenwirkungen verbunden ist, würde bei diesen Männern eine Übertherapie (d.h. Behandlung einer Krebserkrankung, die dem Betroffenen zeitlebens keine Beschwerden bereitet hätte) bedeuten. Ferner weist der Prostatakrebs unbehandelt einen langen natürlichen Verlauf auf, so dass nur Männer mit einer Lebenserwartung von 10-15 Jahren von einer auf Heilung ausgerichteten Therapie profitieren würden.

Es besteht also durch die Früherkennung mittels der PSA-Bestimmung die Gefahr, dass man Prostatakrebserkrankungen entdeckt , die in Wirklichkeit keiner Therapie bedürfen. Prostatakrebserkrankungen, die schnell und aggressiv wachsen, lassen sich manchmal durch die feingewebliche Untersuchung des Tumors entdecken. Dennoch ist es in vielen Fällen nicht immer sicher möglich vorherzusagen in wie weit jemand von einer Therapie durch Bestrahlung oder Operation seiner Prostatakrebserkrankung profitieren würde. Möglich ist, dass vielleicht in der Zukunft beispielsweise durch molekularbiologische Untersuchung hier besser zwischen riskanten und nichtriskanten Krebserkrankungen unterschieden werden kann. Der Gefahr einer unnötigen Therapie wird in den letzten Jahren Rechnung getragen, indem man bei Tumoren mit niedrigem Risikoprofil den Patienten als Therapieoption eine regelmässige Kontrolle (sog. aktive Überwachung) anbieten kann. Im Falle eines Fortschreitens der Erkrankung könnte dann noch eine Behandlung (Operation oder Bestrahlung), rechtzeitig in die Wege geleitet werden.

Zur Überprüfung des Nutzen einer Früherkennung des Prostatakarzinom mittels PSA erfolgte eine großangelegte europäische Studie (sog. ERSCP-Studie), deren Zwischenergebnisse erstmalig 2009 veröffentlicht worden sind und jetzt im August 2014 (13-Jahres-Daten) nochmals aktualisiert worden ist (Fritz H. Schröder Zeitschrift Lancet). In dieser Studie flossen die Daten von mehr als 160.000 Männern im Alter von 55 bis 69 Jahren ein. Sie waren zwischen 1993 und 2003 an verschiedenen Zentren in acht europäischen Ländern in die Studie aufgenommen worden. Nach dem Zufallsprinzip wurden die Männer in eine Interventionsgruppe mit regelmässiger PSA-Testung und in eine Kontrollgruppe (keine PSA-Messung erfolgt) eingeteilt. Nach dieser Studie war bei den Männern, die mittels PSA regelmässig kontrolliert wurde , waren statistisch pro 1000 Männer 34,7 mehr Krebserkrankungen festgestellt worden als in der Kontrollgruppe. Das Risiko an einem Prostatakarzinom zu versterben war in der PSA-Gruppe zum Zeitpunkt 13 Jahre nach Beginn des Screening um 21% niedriger als bei der Kontrollgruppe. In Wirklichkeit ist der Unterschied wahrscheinlich sogar höher, da in der Kontrollgruppe wegen der mittlerweile großen Verbreitung des PSA-Tests nicht alle Patienten tatsächlich nicht getestet wurden. Analysiert man die Patienten nur nach Ihrem wirklichen Screeningverhalten, so ist der Vorteil für das PSA-Screening was die krebsbedingten Todesfälle bei Prostatatumoren angeht 28%. Dieses Phänomen ist wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass eine 2009 gleichzeitig publzierte deutlich kleinere amerikanische Studie keinen Sterblichkeitsunterschied nachweisen konnte. Hier aufgrund der Popularität des PSA-Testes in den USA der Anteil getesteter Patienten in der Kontrollgruppe wesentlich höher. Der möglich Erfolg der Der mögliche Erfolg einer Früherkennungsmaßnahme war somit in der amerikanischen Studie überhaupt nicht nachweisbar.

Hinsichtlich der Gesamtsterblichkeit ergab sich in den Studien kein Unterschied zwischen der PSA-Screeninggruppe und der Kontrollgruppe.

Zur Vermeidung eines prostatakarzinombedingten Todesfalles waren in der europäischen Studie 1410 Männer erforderlich, die sich der PSA-Testung unterzogen. Bei 48 Männern musste das Prostatakarzinom behandelt werden, um einen Todesfall zu verhindern. Diese Zahlen sind durchaus vergleichbar mit denen der etablierten Früherkennungsverfahren beim Brust- und Darmkrebs. Dennoch ist die hohe Rate an Patienten, die für ein gerettetes Leben behandelt werden müssen, Grund, weitere Forschungsanstrengungen zu unternehmen. Es ist erforderlich, die wirklich gefährlichen Tumoren zu identifizieren (Stellungsnahme der Deutschen Gesellschaft für Urologie zur Europäischen Studie zum PSA-Screening).

Zusammenfassung

  • Zusammenfassend lässt sich sagen, dass entsprechend der Meinung von Experten, die in einer Leitlinie wiedergegeben wird, zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Empfehlung für oder gegen eine PSA-gestützte Früherkennung geben kann. Einerseits kann durch die PSA-Messung die Sterblichkeit an Prostatakrebs verringert werden, andererseits besteht durch den Test auch das Risiko der Behandlung eines Tumors, der zu Lebzeiten keine Beschwerden bereiten würde.
  • Männer über 40 Jahre und mit einer Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren sollten über die Möglichkeit der Früherkennung informiert und ausführlich über mögliche Vor- und Nachteile aufgeklärt werden.
  • Männer, die sich für eine Früherkennung entscheiden, soll ein PSA-Test in Verbindung mit einer Tastuntersuchung angeboten werden.
  • Ein einmalig erhöhter PSA-Wert sollte im Intervall nochmals kontrolliert werden.

Abschließend sei noch vermerkt, dass im Rahmen der urologischen Vorsorge neben der gesetzlich vorgeschriebenen Früherkennung mittels Tasten der Prostata und Untersuchung des äußeren Genitale auch durch Untersuchung des Urins sowie Ultraschall des Harntraktes (Niere, Harnblase) andere Erkrankungen (Steinerkrankungen, Nieren- oder Blasentumor etc.) entdeckt werden können.

Als Information hierzu sehen Sie ein Interview mit Prof. Rübben (Essen), der die Empfehlungen für die Deutsche Krebshilfe zusammengefaßt hat.

Das Interview mit Prof. Rübben sehen Sie hier:

(Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V.)

Die ANNA-Methode

Prostata-Krebs sicher und rechtzeitig erkennen

www.anna-methode.de


Uroonkologie

Uroonkologie - Die Behandlung urologischer Krebsleiden

Sehr geehrter Patient, liebe Angehörige,

die Diagnose eines Krebsleidens stellt für Sie einen Wendepunkt in Ihrem Leben dar. Zum einen muss die Diagnose erst einmal "verarbeitet" werden, zum anderen kreisen die Gedanken zu diesem Zeitpunkt über die bestmögliche Therapie und die damit verbundenen Heilungschancen, aber auch mögliche Komplikationen und Risiken.

Das Informationsflut, der man als Betroffener dann ausgesetzt ist, trägt leider meist mehr zur Verunsicherung, als zur Meinungsbildung bei. Die Ratschläge von gutmeinenden Nachbarn und Freunden, sowie die Möglichkeiten, sich über das Internet Informationen zu beschaffen, stehen dabei manchmal im Gegensatz zu dem, was einem die Ärzte raten.

Wir sind uns dieser Situation und der Verantwortung, die wir für Sie übernehmen bewusst. Unser Ziel ist es, Sie individuell, neutral und objektiv zu beraten, um Sie in die Lage zu versetzten, die Therapieentscheidung selbst zu fällen.

Herr Dr. Berdjis und Herr Dr. Rodemer verfügen beide über die Zusatzbezeichnung "medikamentöse Tumortherapie" und nehmen als "onkologisch verantwortliche Ärzte" eine Schlüsselposition in der spezialärztlichen Versorgung von Patienten mit urologischen Krebsleiden ein.

In unserer Praxis werden die Krankheitsfälle im kollegialen Gespräch der urologischen Fachärzte, bei Bedarf auch über die Grenzen unserer Praxis hinaus, besprochen. 14-tägig findet in den Räumen unserer Praxisgemeinschaft die interdisziplinären Tumorkonferenz des "Tumorzentrums Nord-West" statt. Hierbei bringen Fachärzte der verschiedenen Fachrichtungen (u.a. Urologie, int. Onkologie, Strahlentherapie) ihr Fachwissen ein, um ein optimales, individuelles Behandlungskonzept für den betroffenen Patienten zu schnüren.

Logo Tumorzentrum NWN

Zur Homepage: Tumorzentrum Nordwest-Niedersachen e. V.

Unsere Facharztpraxis ist Kooperationspartner des Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH). Bei schwierigen Krebserkrankungen besteht die Möglichkeit über das dortige Tumorboard Patienten einem Expertengremium vorzustellen, um einen individuellen Therapievorschlag zu erarbeiten.

Hubertus Wald Tumorzentrum

Wir sind Mitglied im Netzwerk "Zweitmeinung Hodentumor" und bieten so den hiervon betroffenen Patienten ein individuelles abgestimmtes leitliniengerechtes Behandlungskonzept.

Zweitmeinung Hodentumor

Zur Homepage: Zweitmeinung Hodentumor

In der Praxisgemeinschaft für Onkologie und Urologie behandeln Fachärzte der Urologie und Internistischen Onkologie gemeinsam, fachübergreifend mit doppelter Kompetenz Krebserkrankungen der harnbildenden und harnableitenden Organe. Die enge Kooperation mit den internistischen Onkologen unserer Praxisgemeinschaft ermöglicht es uns frühzeitig multimodale Therapieansätze aufzuzeigen. Die ambulante intravenöse Anti-Tumor-Therapie findet ebenso wie die Begleittherapien in unserer Praxis statt.

Unsere Praxisgemeinschaft legt großen Wert auf die Teilnahme nationaler und internationaler klinischer Studien. So sind wir z. B. Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Urologische Onkologie e.V., einem Organ der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. Wenn möglich und vom Patienten gewünscht, werden die Patienten in klinische Studien eingebunden, damit Sie als Erste vom medizinischen Fortschritt profitieren und nach höchsten Sicherheitsstandards behandelt werden können.

Bei weit fortgeschrittenen, unheilbaren Tumorerkrankungen helfen Ihnen und Ihren Angehörige die spezialisierten Palliativmediziner in Zusammenarbeit mitIhrem Hausarzt und dem Palliativ Care Team Wilhelmshaven eine optimale Versorgung und Symptomenkontrolle in häuslichem Umfeld zu ermöglichen.

Logo PCT

Zur Homepage: Palliativ Care Team Wilhelmshaven-Friesland

Auch stehen wir in enger Verbindung mit den Selbsthifegruppen der Region, zu denen wir gerne den Kontakt herstellen.

Darüber hinaus sind wir aktives Mitglied im Interessenverband zur Qualitätssicherung der Arbeit niedergelassener Uro-Onkologen in Deutschland (IQUO).

IQUO

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Kinderurologie

Die Kinderurologie beschäftigt sich mit Fehlbildungen und Erkrankungen an Nieren, Harnleitern, Harnblase, Harnröhre und Genitale bei Neugeborenen und Kindern. Diesen Erkrankungen - von Harnabfluß- und Harntransportstörungen bis hin zur Hodenfehllage und Vorhautverengung, sowie den Funktionsstörungen der Harnblase wie kindlicher Harninkontinenz und nächtlichem Bettnässen - widmen wir unsere besondere Aufmerksamkeit.

Hierfür haben wir spezielle kinderurologische Sprechstunden eingerichtet, in der wir uns ausschließlich den Belangen unserer jüngsten Patienten widmen.

Unser Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf kindgerechte Behandlungsformen, wobei auch neue, teils unkonventionelle Therapien zum Einsatz kommen.

Sofern notwendig, führen wir die meisten Operationen ambulant in Kooperation mit der Kindertagesklinik des Klinikum Wilhelmshaven durch, wo die Kinder von speziell geschulten Kinderkrankenschwestern postoperativ versorgt werden, bis sie wieder nach Hause entlassen werden können. Selbverständlich ist die Anwesenheit der Eltern möglich und sogar erwünscht, da die Kinder in der vertrauten Geborgenheit ihrer Eltern mit weniger Angst und Schmerzen reagieren. Sollte es aus medizinischen Gründen erforderlich sein oder von den Eltern gewünscht werden, ist auch eine stationäre Aufnahme bis zum nächsten Tag möglich.

Sprechzeiten Kinder- und Jungenurologie

Donnerstagnachmittag von 15:00 - 18:00 Uhr (Dr. Rodemer)


Jungenurologie

Jungensprechstunde Urologie

Willkommen bei den Urologen - auf der Website für Jungen

Infos rund um die Pubertät – um Penislänge, feuchte Träume und Verhütung - gibt es viele im Netz. Medizinisch richtige Informationen sind online allerdings nicht so leicht zu finden. Deshalb haben die Fachärzte für Urologie diese Website in Zusammenarbeit mit der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. für euch erstellt.

Jungensprechstunde

Sprechzeiten Kinder- und Jungenurologie

Donnerstagnachmittag von 15:00 - 18:00 Uhr (Dr. Rodemer)


Ambulante Operationen

Wir operieren unsere Patienten persönlich im Klinikum Wilhelmshaven. So steht Ihnen auch bei ambulanten Eingriffen die gesamte Infrastruktur und somit auch Sicherheit eines modernen Klinikums zur Verfügung. Dabei haben wir uns auf moderne minimal invasive Operationstechniken und kinderchirurgischen Eingriffen spezialisiert.

Bei abgeschlossener Familienplanung und Sterilisationswunsch bieten wir die "Non-Scalpel" Vasektomie nach Li (ohne Hautschnitt) an. Vorteile (verglichen mit üblicher Op-Methode): keine Hautnähte, kürzere Operationszeit, schnellere Heilung, geringere postoperative Schmerzen bei gleicher Effektivität.

Merkblatt zur ambulanten Operation, klicken Sie bitte hier.

Merkblatt zur Blasenspiegelung, klicken Sie bitte hier.

Folgende Eingriffe führen wir ambulant durch:

  • vollständige oder teilweise Beschneidung (Circumcision)
  • Durchtrennung (plastische Rekonstruktion) des Vorhautbändchens
  • Operation von Lageanomalien der Hoden (Leistenhoden)
  • Operation von sog. Wasserbrüchen (Hydrozele)
  • Operation von Spermatozelen
  • operativer Verschluss kindlicher Leistenbrüche
  • Sterilisation beim Mann (Vasektomie)
  • Operation von Harnröhrenengen bei Mann und Frau
  • transurethrale Operation an der Harnblase (Resektion kleiner Blasentumore, Steinentfernungen u.ä.)
  • Einlegen und Entfernen von Harnleiterschienen z. B. nach Steinentfernungen
  • Gewebeprobenentnahmen der Prostata
  • Blasenspiegelungen (flexible oder starre Zystoskopie)
  • Injektion von Botulinumtoxin in die Harnblase

Harninkontinenz

Als ärztliche Beratungsstelle der „Deutschen Kontinenz Gesellschaft“ haben wir uns auf die Erkrankung und Behandlung der verschiedenen Formen der Harninkontinenz spezialisiert. Die Harninkontinenz, d.h. der unkontrollierte Urinverlust ist ein weit verbreitertes Leiden, welches in Deutschland ca. 6 Mio. Frauen und Männer betrifft. Für eine erfolgreiche Therapie ist die korrekte Diagnosestellung die Grundvoraussetzung. Die Harninkontinenz ist lediglich das Leitsymptom, dem aber sehr unterschiedliche Erkrankungen zu Grunde liegen können. Man unterscheidet als Hauptformen die Dranginkontinenz von der Belastungsinkontinenz, sowie die Mischformen. Bei der Diagnostik der verschiedenen Formen der Harninkontinenz kommen neben der Sonographie, die Endoskopie und in Kooperation mit dem Klinikum Wilhelmshaven ein computergestützter urodynamischer Meßplatz zum Einsatz. Durch die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten ist die Harninkontinenz in sehr vielen Fällen heil- oder zumindest verbesserbar. Nach Feststellung der Art der Inkontinenz kann eine individuelle Therapie geplant werden.

Diese kann bestehen aus:

  • Elektrostimulation und Biofeedback
  • Beckenbodengymnastik
  • Medikamentöser Therapie
  • Individuell festzulegende operative Therapie
  • Beratung bei der Hilfsmittelversorgung (Vorlagen, Urinalkondome, Stoma u.a.)

Onlinetest Prostata-Risiko-Indikator

Dieses Programm, welches zur Zeit leider nur auf Englisch zur Verfügung steht, erlaubt es Ihnen anhand weniger persönlicher Angaben Ihr persönliches Prostatakrebsrisiko zu bestimmen. Bedenken Sie aber, dass es sich lediglich um eine statistische Auswertung handelt, die die urologische Untersuchung nicht ersetzen kann.

Um zu dem Test auf einer externen Seite zu gelangen, klicken Sie bitte hier.

Der Test ist in englischer Sprache.


Ambulante Steinbehandlung

Nierensteine bei Erwachsenen

Nierensteine sind kein Produkt der modernen Gesellschaft, Anzeichen dafür, dass auch die alten Ägypter an Nierensteinen litten, wurden von Wissenschaftlern in einer 7000 Jahre alten Mumie gefunden. Sie sind auch eine der häufigsten und mit schmerzhaftesten Erkrankungen des Harntraktes. So wird ungefähr jeder zehnte Bürger der USA einmal im Leben von Harnsteinen betroffen werden, Männer öfter als Frauen. Viele Nierensteine passieren den Körper, ohne dass sie das Eingreifen eines Mediziners benötigen. Steine, die bleibende Symptome und Komplikationen verursachen, können auf verschiedene Arten behandelt werden - meistens ohne einen grösseren chirurgischen Eingriff. Durch Fortschritte in der Forschung wurde in letzter Zeit ein besseres Verständnis für die Faktoren entwickelt, die eine Steinbildung unterstützen.

Einführung in den Harntrakt

Der Harntrakt oder das Harnsystem besteht aus den Nieren, den Harnleitern (Ureteren), der Blase und der Harnröhre (Urethra). Die Nieren sind zwei bohnenförmige Organe, die in der Lendengegend beiderseits der Wirbelsäule hinter der Bauchhöhle liegen. Die Nieren sind wichtige Ausscheidungsorgane, die Stoffwechselprodukte ausscheiden und den Wasser- und Salzhaushalt des Körpers regeln. In den Nebennieren, welche oben an den Nieren sitzen, werden wichtige Stoffwechselhormone produziert. Die Harnleiter, auch Ureter genannt, leiten den Urin aus den Nierenkelchen in die Harnblase ab. Die Harnblase ist eine elastische Kammer, die sich über Muskeln zusammenziehen kann, um den Harn durch die Harnröhre (Urethra) zu entleeren.

Was ist ein Nierenstein?

Nierensteine sind harte Steine, die sich aus kristallinen Stoffen des Urins in der Niere bilden. Normalerweise wird das Auskristallisieren dieser Stoffe durch chemische Gegenspieler im Urin verhindert, was aber nicht bei jedem Menschen immer perfekt funktioniert. Die meisten dieser kleinen Kristalle verlassen den Körper, ohne überhaupt bemerkt zu werden. Kristalle, die zurückbleiben, können jedoch als Kristallisationskeim wirken und zum Nierenstein werden.

Harnsteine in Niere, Harnleiter und Blase

Nierensteine können unterschiedlichster chemischer Zusammensetzung sein. Die häufigsten Steinarten enthalten Calcium in Verbindung mit Oxalate oder Phosphat. Diese Stoffe sind ein normaler Teil unserer täglichen Ernährung und kommen in unserem Körper häufig vor (Knochen, usw.). Struvit oder Infektsteine sind weniger häufig, sie werden oft durch einen Harnwegsinfekt verursacht. Selten gibt es Harnsäure- oder Cystinsteine. Urolithiasis ist der medizinische Begriff für Steine im Harntrakt, Begriffe wie Harnsteinleiden oder Nephrolithiasis werden aber auch häufig verwendet. Wird ein Nierenstein in den Harnleiter geschwemmt und verbleibt dort, so wird als Ortsangabe auch von einem Harnleiterstein (oder Ureterolithiasis) gesprochen. Gallensteine und Nierensteine stehen in keiner Verbindung, sie bilden sich in unterschiedlichen Regionen des Körpers. Personen die an Gallensteinen leiden, haben nicht unbedingt auch ein höheres Risiko, Nierensteine zu bekommen.

Wer bekommt Nierensteine?

Aus nicht bekannten Ursachen stieg die Zahl der Nierensteinerkrankungen in den USA in den letzten 20 Jahren. Wobei weisse Amerikaner mehr Nierensteine entwickeln als schwarze Amerikaner, auch bekommen Männer öfter Steine als Frauen. Das typische Alter Nierensteinerkrankter liegt zwischen 20 und 40 Jahren. Personen, die schon mehr als einen Stein hatten, entwickeln mit grösster Wahrscheinlichkeit weitere Steine.

Was verursacht Nierensteine?

Es ist nicht immer bekannt, was die Bildung eines Steines verursacht. Gewisse Ernährungsgewohnheiten können bei Personen, die dafür anfällig sind, die Bildung von Nierensteinen fördern. Auch werden Harnwegsinfekte, Veränderungen der Niere (z.B.Cystische Nieren), und Stoffwechselerkrankungen wie etwa Hyperparathyroidismus in Verbindung mit der Bildung von Nierensteinen gebracht. Auch entwickeln 70% der an der seltenen erblichen renalen tubulären Azidose erkrankten Personen Nierensteine. Zwei andere seltene erbliche Stoffwechselerkrankungen, die für eine Nierensteinerkrankung verantwortlich sein können, sind Cystinurie and Hyperoxalurie. Bei der Cystineurie wird zu viel der wasserunlöslichen Aminosäure Cystine ausgeschieden, was zur Bildung von Cystinesteinen führen kann. Patienten mit Hyperoxalaturie produzieren zu viel Oxalsäure, wodurch das Lösungsvermögen des Urin überschritten wird und zur Auskristallisation und Bildung von Oxalatsteinen führt.

Verschiedene Steinformen

Bei der absorptiven Form der Hyperkalziurie entzieht der Körper der Nahrung zu viel Kalzium und gibt dieses über den Urin wieder ab. Durch die hohe Konzentration von Kalzium im Urin bilden sich Kristalle aus Kalziumoxalat und Kalziumphosphat, die zu Steinen im Harntrakt werden. Andere Ursachen für die Bildung von Nierensteinen sind die Hyperurikosurie, eine Harnsäurestoffwechselerkrankung, Gicht, exzessive Aufnahme von Vitamin D und Blockaden innerhalb des Harntraktes. Bestimmte Diuretika oder kalziumbasierted Antazida können durch Erhöhung der Kalziumkonzentration im Urin die Bildung von Nierensteinen fördern. Patienten, die eine chronische Entzündung des Darmes haben, einen intestinalen Byopass oder ein Stoma besitzen, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko zur Bildung von Kalziumoxalatsteinen. Struvitsteine können sich bei Personen bilden, die eine Harnwegsinfektion haben. Personen die wegen einer HIV-Infektion und AIDS mit dem Protease Inhibitor Indinavir behandelt werden, haben ebenso ein erhöhtes Risiko zur Bildung von Nierensteinen.

Was sind die Symptome?

Üblicherweise ist das erste Anzeichen für Nierensteine ein starkes Schmerzempfinden. Durch den sich bewegenden Stein verursachten Blockaden und Irritationen erscheint der Schmerz erscheint plötzlich. Typischerweise wird es als scharfer, krampfender Schmerz im Rücken und in der Seite im Nierenbereich oder im Unterbauch. Es kann auch zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Später kann sich der Schmerz in die Leistengegend ausbreiten. Wenn der Stein für einen problemlosen Abgang zu gross ist, bleibt der Schmerz, da der Harnleiter versucht, den Stein über Muskelbewegungen in die Blase zu transportieren. Die Bewegung des Steines kann auch eine Färbung des Urins durch kleine Blutungen hervorrufen. Bewegt sich der Stein näher zur Blase, so kann es zu vermehrtem Harndrang sowie zu einem brennenden Gefühl beim Urinieren kommen. Sollte Fieber oder Frösteln Begleiterscheinungen sein kann auch ein Harnwegsinfekt vorliegen.

Wie werden Nierensteine diagnostiziert?

Manche asymptomatischen Steine werden zufällig während Röntgenroutineuntersuchungen entdeckt. In den meisten Fällen wird jedoch nach einer Untersuchung eines mit akuten Schmerzen beim Arzt erschienenen Patienten durch Ultraschall oder Röntgen ein Stein gefunden. Aus den Röntgenbilder und der Ultraschalluntersuchung gewinnt der Arzt Erkenntnisse über Grösse und Lage eines Steines. Mit Blut- und Urinuntersuchungen versucht der Arzt, Informationen über die möglichen Ursachen der Steinbildung zu finden. Um eine Entscheidung für die richtige Behandlung zu treffen, kann es auch notwendig sein, ein IVP intravenöses Pyelogram anzufertigen.

Wie werden Nierensteine behandelt?

Eine offene Operation ist heutzutage zum Glück in den meisten Fällen nicht mehr nötig. Viele Steine können auf dem natürlichen Weg ausgeschieden werden, was durch entsprechende Flüssigkeitsaufnahme unterstützt werden kann. Dies kann zu Hause geschehen und wird eventuell durch eine Schmerzmedikation unterstützt. Es ist sinnvoll, denn Stein für die Analyse der Ursache dem Arzt zu übergeben (zum Auffangen des Steines kann ein spezielles Urinsieb oder ein Teesieb verwendet werden).

Der erste Schritt: Vorbeugung

Hatte ein Patient schon mehr als einen Nierenstein, so wird er mit großer Wahrscheinlichkeit noch mehr Steine bilden. Um die Bildung neuer Steine zu verhindern, ist es wichtig, die Ursache der Steinbildung zu finden. Dies geschieht durch ärztlich angeordnete Labor-, Blut- und Urinuntersuchungen, auch die medizinische Vorgeschichte, der Beruf und das Essverhalten sind in die Untersuchungen mit einzubeziehen. Der Stein sollte nach seiner Entfernung oder Spontanabgang auf seine Zusammensetzung hin analysiert werden. Um die Ursache der Steinbildung zu finden, wird vom Arzt manchmal eine Untersuchung des über 24 Stunden gesammelten Urins, hinsichtlich Volumen, pH-Wert und dem Gehalt an Kalzium, Natriumsalze, Harnsäure, Oxalat, Citrat und Creatinin durchgeführt.

Veränderung der Lebensgewohnheiten

Die einfachste und wirkungsvollste Art, die Neubildung von Steinen zu verhindern, ist täglich eine grössere Menge Flüssigkeit zu sich zu nehmen, am besten Wasser. Früher wurde Menschen, die zur Bildung von kalziumhaltigen Steinen neigten, dazu geraten, Milchprodukte und andere kalziumreiche Nahrung einzuschränken. Aktuelle Studien zeigen, das kalziumreiche Nahrung einschliesslich Milchprodukte dabei hilft, die Bildung von Kalziumsteinen zu verhindern. Die Aufnahme von Kalzium in Form von Tabletten und ähnlichem, kann das Risiko jedoch erhöhen. Es wird auch geraten, Nahrung mit zugesetztem Vitamin D und kalziumbasiertem Antazida zu meiden. Für Personen mit einem sehr sauren Urin ist es besser, weniger Fleisch, Fisch und Geflügel zu essen, denn diese Nahrung erhöht denn Säureanteil des Urins. Um Cystinesteine zu verhindern, muss viel Wasser getrunken werden, welches die Cystinkonzentration im Urin verringert. Dazu müssen täglich über 3 Liter Wasser getrunken werden, ein Drittel davon in der Nacht.

Operative Behandlung

Der ärztliche Eingriff sollte als Option nur in Fällen erfolgen, in denen andere Möglichkeiten schon versagt haben, oder nicht angewendet werden dürfen. Das kann nötig sein, wenn ein Nierenstein nach einer bestimmten Zeit noch nicht spontan abgegangen ist und permanente Schmerzen verursacht. Auch, wenn er für einen spontanen Abgang zu gross ist, oder an einem Platz feststeckt. Ebenso, wenn er den Urinabfluss verhindert oder permanante Harnwegsinfektionen verursacht. Ein Grössenwachstum auf dem Röntgenbild oder permanent blutiges Urin sind ebenfalls Gründe für einen Eingriff. Vor noch nicht allzu langer Zeit war der chirurgische Eingriff zur Steinentfernung sehr schmerzhaft und mit einem längeren Spitalaufenthalt und einer langen Erholungsphase verbunden. Inzwischen wurde die Behandlung stark verbessert und es gibt viele Möglichkeiten, um eine offene Operation zu verhindern.

Extrakorporale Stosswellenlithotripsie

Extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL) ist die am häufigsten angewandte Behandlungsmethode von Nierensteine. Bei der Stosswellenlithotripsie werden ausserhalb des Körpers Druckwellen erzeugt, welche von aussen durch Haut und Gewebe auf den Stein fokussiert werden und diesen zu sandartigen Partikeln zerkleinern. Danach kann der Stein problemlos im Urin durch den Harntrakt ausgeschieden werden. Auf dem Markt sind verschiedene ESWL Geräte vorhanden. Ältere Geräte verwenden ein Wasserbad, um die Stosswellen in den Körper einzuleiten, bei modernen Geräten geschieht dies mittels eines weichen Wasserkissens, auf welchen der Patient liegt bzw. welches an den Patienten angekoppelt wird. Bei den meisten Geräten kann der Ortungs- und Positionierungsvorgang mit Hilfe von Ultraschall oder Röntgen geschehen. Früher war für die Lithotripsie eine Vollnarkose notwendig, bei modernen Geräten reicht heute meist eine Analgosedation (Ruhigstellung mit Schmerzmedikamentation). In manchen Fällen kann die ESWL-Behandlung ambulant ausgeführt werden. Die Erholungszeit nach der ESWL ist meist so kurz, dass nach wenigen Tagen die alltäglichen Aufgaben wieder ausgeführt werden können.

Nebenwirkungen und Komplikationen der ESWL

Die meisten Patienten haben an den Tagen nach der Behandlung etwas Blut im Urin. An der Eintrittstelle der Stosswelle sind Hautrötungen, kleine Einblutungen und lokales Unbehagen üblich. Um das Komplikationsrisiko zu verringern, schreiben die Ärzte ihren Patienten normalerweise vor, alle Medikamente, welche die Blutgerinnung beeinflussen (z.B. Aspirin), einige Wochen vor einer Behandlung abzusetzen. Beim Abgang der Steinfragmente durch den Ureter kann es zu Unwohlsein oder Koliken kommen. Manchmal ist es notwendig, dass vom Arzt eine Harnleiterschiene eingelegt wird. Eine Harnleiterschiene ist eine dünne Röhre, die das blockieren des Harnleiters durch Steinteile verhindert. Ebenso kann es vorkommen, dass ein Stein durch eine einzelne Behandlung nicht zerstört werden kann, in diesem Fall wird die Behandlung wiederholt.

Percutane Nephrolithotomie

Wenn der Stein sich in einer Lage befindet, welche eine effektive ESWL nicht erlaubt, oder wenn er zu gross für eine ESWL Behandlung ist, wird oft eine Behandlung empfohlen, die PCNL Percutane Nephrolithotomie genannt wird. Percutaneous nephrolithotomy/Percutane Nephrolithotomie ist eine minimalinvasive endoskopische Operation. Es wird durch einen kleinen Hauteinschnitt ein Tunnel direkt zur Niere gebildet. Durch diesen Tunnel kann mit einem Nephroskop genannten Endoskop zur Niere vorgedrungenwerden, der Stein lokalisiert und entfernt werden. Bei grösseren Steinen kann es nötig sein, den Stein in der Niere zu zerkleinern. Dazu werden Sonden verwendet, die Energie auf den Stein applizieren (Elektrohydraulisch, Ultraschall). Generell erfordert diese Prozedur einen Krankenhausaufenthalt über mehrere Tage, wobei ein Nephrostomie Katheder während des Heilungsprozesses in der Wunde verbleibt. Ein Vorteil von PCNL gegenüber der ESWL ist, dass die Steine aktiv entfernt werden und nicht auf ihrem natürlichen Weg abgehen.

Ureteroskopische Steinentfernung

Steine im mittleren und unteren Ureter können sowohl mit ESWL als auch mit Ureteroskopie entfernt werden. Für diese Behandlung ist kein Hauteinschnitt erforderlich. Statt dessen schiebt der Arzt ein Ureteroskop durch die Harnröhre in die Blase und von dort in den Ureter. Der Arzt kann so den Stein lokalisieren, mit einem Körbchen einfangen und entfernen oder ihn vor Ort mit energieapplizierenden Sonden zerkleinern. Manchmal wird vom Arzt eine Harnleiterschiene eingelegt um dem inneren Gewebe des Ureters die Möglichkeit zu geben abzuheilen. Früher wurden solche Extraktionen blind durchgeführt, wobei ein höheres Risiko zur Harnleiterverletzungen bestand.

Werden Forschungen über Nierensteine durchgeführt?

Die Abteilung für Nieren-, Urologische- und Hämatologischeerkrankungen des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) finanziert Forschungen über Ursachen, Behandlung und Vorbeugung von Nierensteinen. Das NIDDK ist ein Teil des Federal Government's National Institutes of Health in Bethesda, Maryland. Neue Medikamente und der wachsende Bereich der Lithotripsie haben die Behandlung von Nierensteinen verbessert.

Aber noch immer wird von Forschern des NIDDK nach Antworten gesucht - Antworten auf Fragen wie:

  • Warum haben manche Personen immer wieder schmerzhafte Steine?
  • Wie können Ärzte Personen herausfinden die das Risiko haben Nierensteine zu bilden?
  • Was sind die Langzeiteffekte der Lithotripsie?
  • Welche Gene spielen eine Rolle bei der Steinbildung?
  • Welcher natürliche Faktor im Urin verhindert normalerweise die Bildung von Nierensteinen?

Die Forscher arbeiten auch an Medikamenten mit weniger Nebenwirkungen.

Früherkennung der Risikogruppe

Wenn das Nierensteinleiden in der Familie gehäuft auftritt oder man selbst schon mehrfach Steine gebildet hat, hat man ein erhöhtes Risiko Steine zu bilden. Ein erster Schritt um die Bildung jeglicher Art Steine zu verhindern, ist täglich reichlich Flüssigkeit zu sich zu nehmen am besten Wasser. Wenn man zur Risikogruppe gehört, kann es sinnvoll sein, die steinbildenden Faktoren durch Tests zu untersuchen um eine Präventionsstrategie zu entwickeln. Manche Personen brauchen Medikamente, um die Steinbildung zu verhindern. Wenn bei Personen entdeckt wird, dass ein chronischer Harnwegsinfekt auf die Blockade durch einen Stein zurückzuführen ist, so sollte nach Entscheidung des Arztes der Stein entfernt werden. Der Patient muss danach sorgfältig überwacht werden, bis sicher ist, dass der Infekt kuriert ist.

Nahrungsmittel, die Oxalat enthalten

Personen, die einen Hang zu Bildung von Kalziumoxalatsteinen haben, könnten von ihrem Arzt angewiesen werden, folgende Nahrungsmittel zu reduzieren:

  • Rüben
  • Schokolade
  • Kaffee
  • Cola
  • Nüsse
  • Rhabarber
  • Spinat
  • Erdbeeren
  • Tee
  • Weizenkleie

Ohne eine ärztliche Anweisung sollte niemand den Verzehr dieser Produkte einstellen. In den meisten Fällen reicht auch dann eine Einschränkung des Verzehrs aus.

Manche asymptomatischen Steine werden zufällig während Röntgenroutineuntersuchungen entdeckt. In den meisten Fällen wird jedoch nach einer Untersuchung eines mit akuten Schmerzen beim Arzt erschienenen Patienten durch Ultraschall oder Röntgen ein Stein gefunden. Aus den Röntgenbilder und der Ultraschalluntersuchung gewinnt der Arzt Erkenntnisse über Grösse und Lage eines Steines. Mit Blut- und Urinuntersuchungen versucht der Arzt, Informationen über die möglichen Ursachen der Steinbildung zu finden. Um eine Entscheidung für die richtige Behandlung zu treffen, kann es auch notwendig sein, ein intravenöses Pyelogram (IVP) anzufertigen.

Quelle: National Kidney and Urologic Diseases Information Clearinghouse


Merkblatt zur ambulanten Operation

Bitte beachten Sie folgende Hinweise

  • Am Tag des operativen Eingriffs kommen Sie bitte nüchtern, das bedeutet, nach 22.00 Uhr des OP-Vortages nicht essen und trinken, Kaugummi kauen oder rauchen.
  • Nach dem ambulanten Eingriff müssen Sie ca. 4 Stunden nüchtern bleiben. Die Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgt nach der Visite des Operateurs und des Narkosearztes. Bitte bringen Sie sich ggf. (Diabetiker!) etwas zu essen und zu trinken mit.
  • Bitte denken Sie an eine komplette (!) Rasur des OP-Gebietes. Diese führen Sie am besten ein oder zwei Tage vor dem Eingriff durch.
  • Nehmen Sie bitte Ihre bisherigen Medikamente weiterhin wie gewohnt ein (auch am OP-Tag, ein Schluck Wasser ist dafür erlaubt). Ausnahme: Als Diabetiker nehmen Sie bitte Ihre Antidiabetika am OP-Tag nicht ein.
  • Blutgerinnungshemmende Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin, ASS, Alka Selzer) müssen mindestens 5 Tage vor dem geplanten Eingriff abgesetzt werden.
  • Sind Sie Marcumarpatient, nehmen Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt, damit er rechtzeitig von Marcumar auf entsprechende Heparinspritzen umstellt.
  • Vor der geplanten Operation sollten Sie mindestens eine Woche fieberfrei sein. Nehmen Sie bitte mit uns Rücksprache, falls dies nicht der Fall sein sollte.

Prämedikation

Vor dem ambulanten Eingriff erfolgt eine abschließende Befundkontrolle und ein Aufklärungsgespräch in unserer Praxis:

Vor dem geplanten Eingriff müssen Sie sich zum Vorgespräch beim Anästhesisten melden. Die Terminvereinbarung hierfür erfolgt über unsere Praxis oder durch Sie in der Anästhesiesprechstunde des Klinikums Wilhelmshaven, Anästhesiesprechstunde Prof. Dr. med. K. Goldmann

  • Tel.: 04421 89-1234.

Zum Anästhesie-Vorgespräch sind bitte folgende Unterlagen mitzubringen (außer bei Kindern):

  • Aktuelle Laborwerte (möglichst nicht älter als 14 Tage). Diese sollten enthalten: ein kleines Blutbild, die Gerinnungsparameter sowie eine kleine Chemie mit Elektrolyten, Blutzucker und Retentionswerten. Diese Werte kann Ihr Hausarzt vorab bei Ihnen bestimmen.
  • Ab 50 Jahren ein EKG
  • ab 60 Jahren ein Röntgen-Thorax in 2 Ebenen

Praktisches

Die genaue Uhrzeit, zu der Sie sich im Krankenhaus einfinden müssen, teilt Ihnen unsere Praxis im Laufe des vorangehenden Montags telefonisch mit. Biitte melden Sie sich auf der ambulanten OP Station, 3. Etage Hauptbettenhaus, rechts.

Wichtig

Bitte lassen Sie sich am OP-Tag von einem Familienmitglied oder Bekannten direkt in der Klinik abholen, bzw. fahren Sie mit dem Taxi nach Hause. Die aktive Teilnahme am Straßenverkehr (Fahrzeuglenken, Radfahren etc.) ist 48 Std. nach der Operation nicht gestattet!

Nach der Operation

Sollten nach der Operation unvorhergesehene Probleme auftauchen oder Rückfragen bestehen, steht Ihnen der diensthabende UroloageTag und Nacht unter folgender Rufnummer zur Verfügung:

  • 0173-8936443

Wir wünschen Ihnen baldige Genesung,

Ihr Praxisteam